Greenpeace attackiert H&M und weitere Modehersteller
Eine aktuelles Untersuchungsergebnis der Umweltorganisation Greenpeace zeigt, das viele Artikel bekannter Modemarkenhersteller wie H&M Spuren der schädlichen Chemikalie Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten. Wenngleich diese Substanz aufgrund ihrer geringen Konzentrationen für die Träger der Kleidungsstücke nur ein geringes Gesundheitsrisiko darstellt, sieht es in den jeweiligen Produktionsländern ganz anders aus.
Das zu giftigem Nonylphenol (NP) abgebauten NPE gelangt nämlich über die Abwassersysteme in die Nahrungskette, wo es als hormonell aktive Substanz schon in geringen Konzentrationen schädlich sein kann. Darüber hinaus ist NPE biologisch nur sehr schwer abbaubar.
In der Bekleidungsindustrie werden bei der Produktion von einem Kilogramm Stoff ca. 100 Liter Wasser verbraucht - entsprechend hoch fällt auch die eingesetzte Menge des als Waschmittel verwendeten NPE aus.
Erst im Juli hatte Greenpeace die chemische Verunreinigung der Flussdeltas von Jangtse und Pearl River durch die Textilindustrie in China scharf kritisiert. Hier haben Wissenschaftler einen ganzen Cocktail an verschiedenen Giften nachgewiesen.
Mit Ausnahme der Modefirma Gap ist man bei der Suche nach Chemkalien bei fast allen 15 untersuchten Modemarken fündig geworden: H&M, Nike, Puma, Adidas, Calvin Klein, Converse, G-Star-Raw, Kappa oder Lacoste - sie alle lassen trotz des Verbots von NPE innerhalb der Europäischen Union weiterhin mit den verbotenen Substanzen in den Herstellungsländern arbeiten.
Seit Jahren fordern Umweltschützer die Textilkonzerne auf, drastisch weniger giftige Chemikalien zu verwenden, bisher allerdings mit wenig Erfolg. Lediglich die Sportartikelhersteller Puma und Nike gaben nach Veröffentlichung der Studie bekannt, bis 2020 die gesamte Lieferkette zu kontrollieren und auf alle gefährlichen Substanzen verzichten zu wollen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nonylphenol
http://marktcheck.greenpeace.at/9219.html