Niedriglohn: Fast jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland
Wenn weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde gezahlt wird spricht man von einem sogenannten Niedriglohn. In Deutschland sind es fast acht Millionen Menschen, die einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essenzufolge damit auskommen müssen. Zwischen 1995 und 2010 ist diese Zahl um mehr als 2,3 Millionen gestiegen. Demzufolge bekommt knapp jeder vierte Arbeitnehmer einen Niedriglohn.
Bei der Untersuchung wurden erstmals auch Renter sowie Schüler und Studenten mitberücksichtigt, die häufig als Nebenjobber tätig sind. Durch sie erhöht sich die Statistik der Niedriglöhner um knapp 500.000 Personen. Im Westen erhielten Niedrigverdiener im Schnitt einen Stundenlohn von 6,68 Euro und im Osten 6,52 Euro. Mehr als 4,1 Millionen Menschen erhielten weniger als sieben Euro, rund 2,5 Millionen Menschen weniger als sechs und knapp 1,4 Millionen müssen sich sogar mit weniger als fünf Euro die Stunde zufrieden geben. Dabei arbeitet fast jeder zweite Niedriglöhner voll, was bedeutet, das rund 800.000 Vollbeschäftigte in Deutschland weniger als sechs Euro erhalten. Das entspricht einem Monatslohn von unter 1000 Euro brutto.
Laut der Studie tragen besonders Minijobber, die auf 400 Euro Basis arbeiten ein hohes Risiko, unter den Schwellenwert von 9,15 zu gelangen. Auch Personen unter 25-Jähren, befristet Beschäftigte, Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Ausländer gehören zu der Gruppe der Menschen mit hohen Anteilen von Niedriglohnbeschäftigten.
Bemerkenswerterweise hat der Großteil der acht Millionen Betroffenen Niedriglöhner allerdings einen Beruf erlernt.