Aus für Hertie - 54 Filialen werden geschlossen
Das Ende der traditionsreichen deutschen Warenhauskette Hertie ist besiegelt. Die seit Monaten dauernden Bemühungen, die insolvente Kette doch noch vor der Zerschlagung zu bewahren, sind gescheitert. Die Gläubigerversammlung hat mit 84,6 Prozent die Schließung der 54 Filialen und der Konzernzentrale innerhalb von zwei Monaten beschlossen.
Für die rund 2600 Mitarbeiter ist dieser Beschluss ein Schock und sie stehen vor dem Jobverlust. Betriebsratschef Horn fordert einen Sozialplan obwohl die finanzielle Lage des Konzerns äußerst undurchsichtig ist und noch nicht einmal klar ist, wie viel Geld für Abfindungen zur Verfügung stehen wird.
Kurz zuvor hatte eine am Einstieg interessierte Investorengruppe, überraschend ihren Antrag zurückgezogen. Laut Insolvenzverwalter Bähr seien die britischen Hertie-Gesellschafter und Immobilienbesitzer Dawnay Day Schuld am Scheitern der Sanierungspläne. Sie forderten zu hohe Mieten und wollten die Mietverträge jederzeit kurzfristig kündigen können - was die Investoren abschreckte. Die Briten wiesen die Alleinschuld an der gescheiterten Rettung Herties jedoch von sich.