Flughafen Wien: Informationspflicht gegenüber Aktionären verletzt?
Der Wiener Flughafen wird jetzt von der Finanzmarktaufsicht (FMA) unter die Lupe genommen. Der Grund sind Kostenüberschreitungen bei der derzeitigen Terminalerweiterung „Skylink“. Die dafür veranschlagten Kosten von zunächst rund 400 Mio. Euro haben sich nach einem Bericht des Handelsblattes unter Berufung auf die Tageszeitung „Der Standard“ schrittweise auf zuletzt 830 Mio. Euro ausgeweitet.
Die aus dem Ruder laufenden Kosten sind nach Einschätzung von Juristen als kursrelevante Informationen einzustufen. Darüber hätte der Vorstand die Aktionäre umgehend in Kenntnis setzen müssen. Wie der Flughafen selbst mitteilte, hat die FMA ein Ermittlungsverfahren hinsichtlich der Informationspflicht eingeleitet. Das Unternehmen sei sich keiner Verstöße bewusst und sicherte der Behörde seine volle Kooperation zu.
Vorerst hat der Flughafen nun die Baumaßnahmen gestoppt und will die Verträge mit den Bauunternehmen neu verhandeln. Ziel sei es, die Kosten deutlich zu reduzieren. Das neue Terminal soll wie geplant 2011 fertig gestellt werden.