1,3 Milliarden Dollar Strafe für SAP
Das Mammutverfahren in den USA bei dem über Urheberrechtsverletzungen von Oracle-Software durch eine SAP-Tochter verhandelt wurde, ist am Dienstag in Oakland zum Ende gekommen. SAP muss 1,3 Milliarden Dollar Strafe an den US-Konkurrenten Oracle zahlen. Laut Fachagentur Bloomberg die höchste, jemals verhängte Schadensersatzstrafe in einem Urheberrechtsstreit.
SAP zeigte sich enttäuscht vom Ergebnis, während auf Seiten von Oracle große Zufriedenheit herrschte. Der Rechtsstreit ist nun schon seit 2007 im Gange. Oracle hatte SAP vorgeworfen unerlaubt Software-Codes von Oracle-Rechnern runtergeladen zu haben. Dadurch seien Millionen Dokumente gestohlen und Oracle-Server gestört worden. Oracle bezifferte den dadurch entstandenen Schaden mit mehreren Milliarden Dollar. SAP hatte sich bereits für den Rechtsverstoß entschuldigt, war allerdings nur von einem Schaden von 40 Millionen Dollar ausgegangen.
Die Jury entschied jedoch, dass das entwendete geistige Eigentum sehr wertvoll gewesen sei. Zudem sei die Hightech-Industrie darauf angewiesen, dass Urhebergesetze konsequent eingehalten würden.
SAP will gegen den Entscheid des Zivilprozesses vorgehen. Es könnte allerdings noch schlimmer kommen: Die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden könnten sich nun – nach dem Urteil aus dem Zivilprozess – den Datendiebstahl ebenfalls noch genauer ansehen...