Deutsche Unternehmen: Mangelnder Einsatz für Familien
Für eine Familienstudie führte das Allensbach Institut für Demoskopie Ende 2010 in ganz Deutschland 2843 Einzelinterviews. Ergebnis: Rund 84 Prozent der Teilnehmer meinen, dass deutsche Unternehmen viel zu wenig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun. Nur fünf Prozent der Befragten bezeichnen den Einsatz der Arbeitgeber als ausreichend.
Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ingrid Sehrbrock fordert in der Bild am Sonntag vor allem familienfreundlichere Arbeitszeiten. Diese seien wichtig für die Frauen, aber in zunehmendem Maße auch für die Männer. Nach wie vor kann sich allerdings die große Mehrheit mit einem Lebensmodell aus vollzeitbeschäftigter Mutter und Hausmann nicht anfreunden. Nur ein Prozent der Studienteilnehmer würden dieses Modell bevorzugen, Allensbach-Chefin Renate Köcher bezeichnet das Verhältnis der Gesellschaft zum Rollentausch als "gestört".
Allerdings gaben 24 Prozent laut der Studie an, dass ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr zu schaffen machen und sogar 39 Prozent der Väter beklagen, das sie zu wenig Zeit für ihre Familien haben.
Darüber hinaus verwiesen 19 Prozent auf den Missstand, das die Familie immer noch ausschließlich Angelegenheit der Angestellten sei - nur wenige deutsche Unternehmen bieten bisher z. B. eine betriebseigene Kinderbetreuung an.