Überstunden: Wer ständig welche macht, erhöht das Risiko von Depressionen
Mal eben eine Stunde dranhängen, weil das Angebot noch raus muss, die Präsentation fertig werden soll, die Besprechung länger dauert oder die Kasse nicht stimmt – kein Thema, das ist Alltag. Wer allerdings ständig mehr arbeitet, als er soll, geht damit ein Risiko ein. Eine Langzeitstudie britischer und finnischer Wissenschaftler hat ergeben, dass eine Vielzahl von Überstunden das Risiko, an einer Depression zu erkranken, deutlich erhöhen.
Für ihre Studie untersuchten die Forscher über 2.000 britische Angestellte, von denen elf Prozent durchschnittlich elf und mehr Stunden täglich arbeitete. Die Probanden mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren wurden über mehrere (3,8 bis 7,2) Jahre begleitet. Zu Beginn wurde in einer Untersuchung ausgeschlossen, dass die Angestellten bereits psychische Beschwerden hatten.
Im Laufe der Studie entwickelten 3,1 Prozent der befragten Teilnehmer eine schwere Depression. Überproportional davon betroffen waren Angestellte mit einem elf- oder zwölfstündigen Arbeitstag. So kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass das Risiko einer Depression für Vielarbeiter doppelt so hoch sei wie für Angestellte ohne Überstunden.
Eine plausible Erklärung für den Zusammenhang von Überstunden und Depressionen konnte die Langzeitstudie indes nicht liefern. Aus anderen Untersuchungen gibt es nach Angaben der Wissenschaftler aber Anhaltspunkte, dass jemand der übermäßig viel Zeit an seinem Arbeitsplatz verbringt, mit Konflikten in der Familie, weniger Entspannung zwischen den Arbeitstagen und mehr Stresshormonen im Blut zu kämpfen hat.