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Gehalt bei Toys"R"Us – "reicht nicht zum Leben"

Schwere Anschuldigungen gegen die US-Spielwaren-Kette Toys"R"Us: Das monatliche Gehalt reiche "kaum zum Leben". Das Unternehmen nutze einen Trick um die Mitarbeiter zu binden, diese jedoch nur so viel zu beschäftigen, wie gerade für das Unternehmen nötig. Die Folge: Nicht einmal ein Zweitjob ist möglich, nur eine Existenz am finanziellen Minimum.

Über offenbar schlimme Arbeitsumstände bei Toys"R"Us berichtet, nicht etwa eine sozialistische Tageszeitung sondern, das Investigativ-Team der bürgerlich-konservativen Zeitung "Die Welt". Dieses spricht von legalen Tricks und "Hire-and-Fire"-Jobs, welche die "Mitarbeiter in die Armut" treiben.

Viele Mitarbeiter von Toys"R"Us haben laut der Gewerkschaft Verdi Stundenlöhne, die nur knapp oberhalb des Mindestlohnes liegen. Das US-Unternehmen weigere sich den Flächentarifvertrag für den Einzelhandel zu akzeptieren.

Dem Bericht nach haben zwischen 80 bis 90 Prozent der Toys"R"Us-Mitarbeiter Verträge für eine "kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit" (Kapovaz-Verträge). Diese sichern den Mitarbeitern meist nur eine Mindeststundenzahl zu, binden sie aber zugleich durch eine Abrufbereitschaft an den Arbeitgeber. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di führe die flexible Teilzeit dazu, dass es unter den rund 1.700 Angestellten in den 65 Toys"R"Us eine hohe Zahl von Hartz-IV-Aufstockern gebe.

Diese "flexiblen" Arbeitsverträge ermöglichen es den Arbeitgebern die Einsatzplanung kurzfristig zu ändern. Eine Arbeitsrechtsexpertin beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, vermutet, dass die Zahl dieser Verträge unabhängig vom Unternehmen steigt.

Das Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berichtet, dass derzeit rund jede 10. unbefristet beschäftigte Teilzeitkraft auf Abruf arbeitet. Jeder 20. Arbeitnehmer habe bereits einen "Kapovaz-Vertrag", das würden Daten aus dem sozio-ökonomischen Panel von 2010 zeigen. Doch niemand würde das Modell "so extensiv" betreiben wie Toys"R"Us.

Toys"R"Us entgegnet der Kritik offenbar nicht einmal. Auch nicht gegenüber der Zeitung "Die Welt", nachdem diese von der deutschen Niederlassung an die US-Konzernzentrale und die dortige Pressestelle verwiesen wurde.

Stattdessen mahnte das Unternehmen protestierende Mitarbeiter ab und bot Streikbrecher Geldprämien an, berichtet "Die Welt". 200 Euro für Vollzeitangestellte, 100 Euro für Teilzeitkräfte soll Toys"R"Us den Streikbrechern geboten haben. Ein Arbeitsgericht muss in Braunschweig darüber nun darüber entscheiden, ob das Vorgehen strafbar war. Im April demonstrierten Angestellte aus 17 Ländern vor der Geschäftszentrale von Toys"R"Us.

Interessant: Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert noch mehr flexible Arbeitsformen, berichtet die Welt.

Toys'R'Us-Mitarbeitern reicht Gehalt nicht zum Leben
http://www.welt.de/wirtschaft/article155358378/ToysRUs-Mitarbeitern-reicht-Gehalt-nicht-zum-Leben.html

Wie Toys"R"Us seine Mitarbeiter in die Armut treibt
http://www.welt.de/wirtschaft/article155441250/Wie-ToysRUs-seine-Mitarbeiter-in-die-Armut-treibt.html
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  |     |  Am 19.05.2016 von ale_theia
www.welt.de   |  Firma: Toys“R“Us GmbH
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