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Palmöl für Unilever zerstört den Regenwald

Der niederländisch-britische Konzern Unilever ist ins Visier von Regenwaldschützern aus Indonesien geraten. Der Verbrauchsgüter-Konzern gilt mit rund 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr als einer der größten Palmöl-Verbraucher der Welt. Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen und ist zu einem der wichtigsten Rohstoffe der Welt geworden. Es versteckt sich in unzähligen Lebensmitteln und Kosmetikprodukten, Unilever benötigt es unter anderem für die Markenmargarine RAMA.

Um an den begehrten Rohstoff zu gelangen, hat der Unilever-Lieferant Wilmar auf Borneo und Sumatra inzwischen riesige Waldflächen in eine Palmöl-Wüste verwandelt. Pro Stunde werden dort Flächen in der Größe von rund 88 Fußballfeldern gerodet. Anfang August wurden Dörfer indonesischer Ureinwohner im Auftrag von Wilmar einfach plattgewalzt, Bewohner wurden bedroht und gefangen genommen. Indonesische Zeitungen berichteten, das von den 40.000 Hektar der Wilmar-Plantage Asiatic Persada rund 20.000 Hektar illegal errichtet worden seien.

Nun haben Robin Hood und die NGO Rettet den Regenwald Unilever maßgeblich mitverantwortlich für das Desaster in den Tropen gemacht. Dabei arbeitet Unilever seit längerem an einem grünen Firmen-Image. Das Unternehmen verspricht z.B. ab 2015 nur noch nachhaltiges Palmöl zu verwenden. Nachweis dafür soll das RSPO-Siegel (Roundtable on Sustainable Palm Oil) sein. Dieses ist allerdings seit lägerem umstritten, denn in der Organisation sitzen sowohl Vertreter von Unilever als auch von Wilmar im Vorstand und es gibt bis heute keine seriösen und unabhängigen Kontrollmechanismen.

Für eine Stellungnahme ist Wilmar bis jetzt nicht zu erreichen. In einem internen Kunden-Schreiben heißt es allerdings, es handele sich um das "Werk von Kriminellen". An anderer Stelle gibt Wilmar jedoch zu, dass das Landrecht der Ureinwohner beeinträchtigt wurde. Die Unilever-Sprecher Merlin Koene sprach von einer "sehr komplexen Angelegenheit" und es sei"schwer zu sagen, wo genau bei dieser Auseinandersetzung die Wahrheit liege".

Inzwischen hat Wilmar nach Aufforderung von Unilever immerhin ein Hüttencamp für die Menschen errichtet, die durch das Unternehmen obdachlos wurden - Entschädigungen wurden bisher allerdings nicht gezahlt.
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  |     |  Am 20.12.2011 von rotraud
www.spiegel.de   |  Firma: Unilever Deutschland Holding GmbH
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